Friedrich Wilhelm Weber Gesellschaft
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Frau Agnes Czeschick aus Wewelsburg hat der Webergesellschaft die Kopie eines Buchauszuges aus "Deutsche Dichter-Abende" - Eine Sammlung von Vorträgen über neuere deutsche Literatur von Dr. J. Loewenberg aus dem Jahr 1904 zur Verfügung gestellt.
Neben Annette von Droste Hülshoff, Christian Dietrich Grabbe, Nikolaus Lenau, Marie von Ebner-Eschenbach, Detlev von Liliencron, Gustav Frenssen und Gerhart Hauptmann widmet Loewenberg dort auch Friedrich Wilhelm Weber 16 Seiten. Mit dem Niederntudorfer Literat verband Weber eine jahrelange Brieffreundschaft.
"Es war vor einigen Jahren, als ich den heimatlichen Dichter persönlich kennen lernte", schreibt Loewenberg. "Eine hohe, hagere Gestalt mit scharfen Zügen, kräftigem Schnurrbart und großen, hellblitzenden Augen unter buschigen Brauen, eine Erscheinung, die auf einen alten Militär, einen Förster ätte schliessen lassen. Wir waren bald in eifrigem Gespräch über Kunst und Beruf, Lyrik und Epik, ältere und neuere Literatur und dann erzählte er mir aus seinem Leben..." So darf Loewenberg sicher als Zeitzeuge zu den wichtigsten Weberkennern gezählt werden. Wenn er berichtet, dass Weber ihm erzählte, dass er Teile seines Epos "Dreizehnlinden" während der langen Reden von Richter, Bennigsen oder Bebel auf den Rückseiten von Gesetzesvorlagen für den preußischen Landtag niederschrieb, "spricht das nun zwar nicht für die große Aufmerksamkeit des Reichstagsabgeordneten; aber ich glaube doch, dass wenige ihr Papier so gut benutzt haben wie Weber", amüsiert sich Loewenberg. Dieses Detail zur Entstehungsgeschichte des Friedensepos widerspricht nicht den Berichten, dass weite Teile von Dreizehnlinden im Turmzimmer von Schloss Thienhausen entstanden sind. Weber selbst gibt uns hierüber Auskunft. Wir können davon ausgehen, dass etwa die Hälfte des Epos in Westfalen, die andere in Berlin zu Papier gebracht wurde.